Durchfall ist eine unangenehme Sache – aber was hilft gegen die Beschwerden? Das primäre Ziel der Behandlung ist es, die Flüssigkeit- und Elektrolytverluste auszugleichen. Zusätzlich können geeignete Mittel aus der Apotheke gegen Durchfall helfen.
Hilfe bei Durchfall: Flüssigkeit und Elektrolyte zuführen
Die Basis jeder Durchfallbehandlung ist der Ersatz von verlorengegangener Flüssigkeit und Elektrolyten (Blutsalze), um eine Austrocknung (Dehydrierung) zu vermeiden. Viel trinken ist das oberste Gebot. Ideal sind Mineralwasser ohne Kohlensäure oder ungesüßter Kräutertee. Mit Gemüsebrühen kann man ebenfalls für ein Plus an Flüssigkeit sorgen und zudem die wichtigen Salze und etwas Zucker zuführen. Fertige Elektrolyt-Glucose-Lösungen sind ebenfalls eine gute Option.
Wichtig:
Durchfall und Erbrechen sollten grundsätzlich ärztlich abgeklärt werden, wenn Säuglinge, Kleinkinder, Schwangere und Stillende sowie ältere bzw. geschwächte Menschen betroffen sind.
Medikamente gegen Durchfall
Durchfall ist eine Abwehrreaktion des Körpers, um Krankheitserreger loszuwerden. Dabei kommt es jedoch auch zu Flüssigkeits- und Elektrolytverlusten. Daher kann es sinnvoll sein, den Durchfall mit entsprechenden Mitteln zu lindern. In der Apotheke stehen rezeptfreie Durchfallmittel („Antidiarrhoika“) zur Verfügung, die sich in Hinblick auf Wirkstoffe und Wirkweise unterscheiden.
Sogenannte Motilitätshemmer (z. B. Loperamid) können bei akutem Durchfall zum Einsatz kommen. Ihr Vorteil ist, dass sie schnell wirken:
Sie reduzieren die erhöhte Darmbewegung (Darmperistaltik) und verlangsamen die Passagezeit der Nahrung.
Auf diese Weise hat der Darm mehr Zeit, Flüssigkeit und Nährstoffe aufzunehmen.
Zusätzlich wird auch der Spannungszustand des Schließmuskels am After erhöht.
Wichtig ist, diese Mittel nur kurzzeitig und mit Bedacht einzusetzen. Bei Fieber oder Blut im Stuhl dürfen sie z. B. nicht angewendet werden. Als Alternative können sogenannte Enkephalinase-Hemmer eingesetzt werden, die in Deutschland jedoch eine untergeordnete Rolle spielen.
Darüber hinaus werden weitere Durchfallmittel angeboten, die z. B. Gerbstoffe (Tannin), Kohle oder Probiotika enthalten, die allerdings laut der aktuellen medizinischen Leitlinien bei akutem Durchfall nicht empfohlen werden.
Antibiotika wirken gegen Bakterien, nicht gegen Viren. Die meisten akuten Durchfallerkrankungen werden durch Viren hervorgerufen. Antibiotika werden daher bei Durchfall nur in Ausnahmefällen vom Arzt verordnet.
Wirkstoffgruppe
Wirkweise
Wann geeignet?
Motilitätshemmer/Peristaltikhemmer (z. B. Loperamid)
Reduziert die gesteigerte Darmbewegung bei Durchfall
Verlangsamt die Passagezeit der Nahrung
Erhöht den Spannungszustand des Schließmuskels
Zur kurzzeitigen symptomatischen Behandlung bei akutem Durchfall
u. a. nicht geeignet zur Anwendung bei Kindern, bei Durchfall nach Antibiotika und wenn Durchfall von Fieber oder Blut im Stuhl begleitet wird.
Antibiotika
Bekämpfen bakterielle Erreger
Nur in Ausnahmefällen verordnet der Arzt Antibiotika.
Die meisten Magen-Darm-Infektionen sind viral bedingt – Antibiotika sind dann nicht wirksam.
Probiotika
Genaue Wirkweise nicht vollständig geklärt
Keine Experten-Empfehlung bei akutem Durchfall
Gerbstoffe
Adstringierende (zusammenziehende) Wirkung: Verdichtung der Darmschleimhaut
Keine Experten-Empfehlung bei akutem Durchfall
Aktivkohle
Adsorbiert Giftstoffe
Keine Experten-Empfehlung bei akutem Durchfall
Wichtig:
Durchfall bei Kindern sollte nur mit Mitteln behandelt werden, die für die jeweilige Altersklasse geeignet sind. Achten Sie auf die Hinweise in der Packungsbeilage und fragen Sie im Zweifel Ihren Arzt oder Apotheker.
Durchfall
Wann zum Arzt?
Anhaltende Beschwerden (länger als 3 Tage)
Sehr starker Durchfall
Fieber
Ausgeprägtes Schwächegefühl
Blutiger oder eitriger Durchfall
Kreislaufbeschwerden
Durchfall in der Schwangerschaft
Durchfall bei Säuglingen oder Senioren
Die besten Tipps bei Durchfall
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Viel trinken
Bei Durchfall geht wertvolle Flüssigkeit verloren. Der Flüssigkeitsverlust wiederum kann mit Kreislaufproblemen und Schwäche einhergehen. Umso wichtiger ist es, bei Durchfall viel zu trinken!
Während bei Gesunden etwa 1,5 Liter Flüssigkeit pro Tag empfohlen werden, sollten es daher bei Durchfall schon etwa 3 bis 4 Liter täglich sein. Ideal ist Mineralwasser ohne Kohlensäure oder auch Kamillen- oder Pfefferminztee. Am besten mehrere Tassen über den Tag verteilt in kleinen Schlucken trinken.
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Elektrolytlösungen
Natrium, Kalium, Chlorid – bei Durchfall ist der Verlust an wertvollen Elektrolyten erhöht. Hier heißt es gezielt gegensteuern. Spezielle Elektrolytlösungen aus der Apotheke können für den nötigen Ausgleich sorgen – vor allem bei starkem Durchfall sowie für Kinder und ältere Personen ist diese Maßnahme wichtig.
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Ernährung bei Durchfall
Bei akutem Durchfall werden keine speziellen diätetischen Einschränkungen empfohlen. Laut der aktuellen medizinischen Leitlinie dürfen Betroffene grundsätzlich alles essen, was sie vorher gewohnt waren und was sie vertragen. Meist sind kleinere Mahlzeiten günstig, ebenso wie eine reizarme, fettreduzierte und ballaststoffarme Kost wie Kartoffeln, Nudeln, Reis oder Haferflocken mit etwas Salz. Suppen, gekochtes Gemüse, Salzstangen, Bananen und fettarmer Joghurt sind ebenfalls gut geeignet.
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Wann zum Arzt?
Durchfall lässt sich in der Regel durch geeignete Mittel gegen Durchfall und ergänzende Maßnahmen gut selbst in den Griff bekommen. Allerdings ist in manchen Fällen ein Arztbesuch empfehlenswert. Das gilt insbesondere, wenn der Durchfall trotz der eingeleiteten Maßnahmen länger als drei Tage anhält oder wenn Durchfall immer wieder auftritt. Auch bei hohem Fieber, stark ausgeprägtem Schwächegefühl und heftigem Erbrechen ist ein Arztbesuch ratsam. Dasselbe gilt, wenn Durchfall blutig oder eitrig ist.
Grundsätzlich gilt: Wenn ältere oder geschwächte Menschen sowie Kinder Durchfall haben, sollte der Arzt konsultiert werden.
Autoren, medizinische Fachinformationen und Quellen
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Stand: zuletzt aktualisiert am 14.02.26
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Dieser Text entspricht den Standards und Vorgaben aus der ärztlichen Fachliteratur, folgt den einschlägigen medizinischen Leitlinien, Veröffentlichungen von Fachgesellschaften sowie aktuellen Studien und wurde von Fachjournalisten
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ICD-Codes (International Classification of Diseases) sind weltweit anerkannte medizinische Verschlüsselungen für Diagnosen. Sie werden von Ärzt:innen verwendet, um Krankheiten und Gesundheitsstörungen eindeutig zu klassifizieren und
finden sich beispielsweise in Arztbriefen, Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen und Abrechnungen mit Krankenkassen.