Während eine Rotavirus-Infektion an Erwachsenen spurlos vorbeigehen kann, kommt es speziell bei Säuglingen und Kleinkindern oft zu schweren Krankheitsverläufen. Die heftigen Brechdurchfälle setzten den kleinen Patienten sehr zu und machen häufig eine Behandlung im Krankenhaus erforderlich. Erfahren Sie hier alles über Durchfallerkrankungen durch Rotaviren bei Kindern.
Rotavirus bei Kindern: Fakten auf einen Blick
Rotaviren sind die häufigsten Durchfallerreger bei kleinen Kindern. Die wichtigsten Fakten rund um Rotavirus-Infektionen auf einen Blick:
Rotaviren kommen auf der ganzen Welt vor und gelten als die häufigsten Erreger von Magen-Darm-Infektionen bei Kindern unter 5 Jahren.
Bis zum Alter von 3 Jahren haben 90% aller Kinder eine Rotavirusinfektion durchgemacht. Bis zum 5. Lebensjahr haben sich fast alle Kinder mit Rotaviren infiziert.
Schwere Krankheitsverläufe sind vor allem bei Säuglingen und Kleinkindern häufig.
Oft ist eine stationäre Behandlung im Krankenhaus notwendig.
Rotaviren sind hochansteckend und werden durch Schmierinfektion übertragen. Man kann sich schon durch wenige Virus-Partikel anstecken, die zum Beispiel an Händen oder Türklinken kleben.
Rotavirus-Erkrankungen treten vor allem in der kalten Jahreszeit auf.
Bis zum heutigen Zeitpunkt ist kein spezifisch wirksames Medikament gegen Rotaviren verfügbar.
Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt seit 2013, Säuglinge ab einem Alter von 6 Wochen gegen Rotaviren zu impfen.*
Übertragung & Ansteckung
Rotaviren sind hochinfektiös. Lediglich 10 Viruspartikel genügen, um die Erkrankung und die damit einhergehenden Beschwerden auszulösen. Wenn man bedenkt, dass Betroffene mehr als 100 Milliarden Viren pro Gramm Durchfall ausscheiden, wird deutlich, wie groß die Ansteckungsgefahr ist und wie schnell sich die Erreger ausbreiten können. Die Virusausscheidung dauert normalerweise nicht länger als 8 Tage. Die Übertragung erfolgt vor allem über die sogenannte Schmierinfektion: Über Handkontakt mit kontaminierten Flächen, Gegenständen oder Lebensmitteln können die Viren übertragen werden.
Rotaviren sind äußerst robust. Sie weisen eine hohe Säure- und Hitzeresistenz auf. Selbst Magensäure oder herkömmliche Desinfektionsmittel können ihnen nichts anhaben.
Inkubationszeit & Symptome
Zwischen der Ansteckung und dem Ausbruch der Erkrankung vergehen etwa ein bis drei Tage. Zu den typischen Krankheitszeichen zählen ein ausgeprägtes Krankheitsgefühl mit:
Wässrigen Durchfällen
Erbrechen
Schleimbeimengungen im Stuhl
Fieber
Bauchschmerzen
Die Magen-Darm-Beschwerden bestehen in der Regel über zwei bis sechs Tage. Zusätzlich werden bei etwa der Hälfte der Betroffenen auch Atemwegsbeschwerden beobachtet.
Rotavirus
Symptome im Überblick
Wässrige Durchfälle
Erbrechen
Schleimbeimengungen im Stuhl
Fieber
Bauchschmerzen
Gut zu wissen:
Speziell bei Säuglingen und Kleinkindern können heftiges Erbrechen und starker Durchfall rasch einen bedrohlichen Flüssigkeitsverlust nach sich ziehen. In vielen Fällen ist dann eine stationäre Behandlung im Krankenhaus notwendig. Hier ist immer eine ärztliche Abklärung zu empfehlen.
Rotavirus bei Kindern – was tun?
Es gibt kein spezielles Antivirus-Mittel, mit dem die Infektion an sich bekämpft werden könnte. Antibiotika sind wirkungslos, da es sich um eine virale und nicht um eine bakterielle Erkrankung handelt. Das wichtigste Ziel der Behandlung ist deshalb, die Flüssigkeits- und Elektrolytverluste auszugleichen.
Rotavirus bei Kindern: Behandlung im Überblick
Verständigen Sie Ihren Kinderarzt, wenn Sie den Verdacht haben, Ihr Kind könnte unter einer Rotavirus-Infektion leiden.
Achten Sie darauf, dass Ihr Kind sich schont und ggf. Bettruhe einhält.
Besonders wichtig ist der Ausgleich der Flüssigkeits- und Elektrolytverluste, um eine Austrocknung zu verhindern:
Bieten Sie Ihrem Kind immer wieder etwas zu trinken an (z. B. stilles Wasser, Kräutertee)
Suppen bzw. Brühen sorgen für ein Plus an Flüssigkeit
Elektrolyt-Glukose-Lösungen aus der Apotheke bieten das richtige Mischungsverhältnis an Inhaltsstoffen und unterstützen so einen raschen Ausgleich der Verluste.
Wenn Ihr Kind keine Anzeichen einer Austrocknung (z. B. dunkler Urin, Schlappheit, trockene Lippen, weniger als 2- bis 3-mal täglich Wasserlassen) aufweist, kann Ihr Kind essen, was es verträgt und sonst auch isst. Gut geeignet sind z. B. Kartoffeln, Reis, Nudeln, gekochtes Gemüse oder eine zerdrückte Banane).
Schützen Sie sich und Ihre Familienmitglieder so gut es geht vor einer Ansteckung: Gründliches Händewaschen und Händedesinfektion sowie (falls möglich) eine „Toilettentrennung“ können helfen, die Ausbreitung des Virus zu verhindern.
Um die Ausschleusung von Krankheitserregern aus dem Darm zu unterstützen und weiteren Flüssigkeitsverlusten entgegenzuwirken, sollten bei Kindern nur Mittel zum Einsatz kommen, die für die jeweilige Altersklasse geeignet sind. Fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker um Rat.
Je nach Alter des Kindes können Begleitsymptome wie zum Beispiel Übelkeit oder Bauchkrämpfe durch geeignete Medikamente gelindert werden. Wichtig ist dabei, dass Sie immer darauf achten, dass das Präparat für die Anwendung bei der jeweiligen Altersklasse zugelassen ist. Fragen Sie im Zweifel immer Ihren Arzt oder Apotheker.
Schützen Sie sich und Ihre Familienmitglieder so gut es geht vor einer Ansteckung: Gründliches Händewaschen und Händedesinfektion sowie (falls möglich) eine „Toilettentrennung“ können helfen, die Ausbreitung des Virus zu verhindern.
Wichtig:
Speziell bei Kindern unter fünf Jahren kann es schnell zu einem bedrohlichen Flüssigkeitsverlust kommen. Dieser erfordert in der Regel eine Behandlung im Krankenhaus (z. B. mit Infusionen).
Rotavirus bei Kindern: Tipps
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Durchfall bei Kindern – wann zum Arzt?
Während eine Rotavirus-Infektion an Erwachsenen spurlos vorbeigehen kann, kommt es speziell bei Säuglingen und Kleinkindern oft zu schweren Krankheitsverläufen. Heftige Brechdurchfälle können bei kleinen Patienten schnell zu einer lebensbedrohlichen Austrocknung (Dehydratation) führen, die im Krankenhaus behandelt werden muss. Daher gilt: Falls Sie den Verdacht haben, Ihr Kind könnte sich mit Rotaviren angesteckt haben, sollten Sie umgehend Ihren Kinderarzt benachrichtigen und mit ihm das weitere Vorgehen besprechen.
Wird eine Rotavirus-Infektion feststellt, besteht nach dem Infektionsschutzgesetz eine Meldepflicht beim Gesundheitsamt. Das Gleiche gilt, wenn Rotavirus-Infektionen zum Beispiel in Kindergärten auftreten.
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Verlorene Flüssigkeit ersetzen
Rotavirus-Infektionen gehen oft mit heftigen Durchfällen und Erbrechen einher. Die Flüssigkeits- und Elektrolytverluste müssen daher rasch ersetzt werden. Fertige Elektrolyt-Glukose-Trinklösungen aus der Apotheke bieten das richtige Mischungsverhältnis an Inhaltsstoffen. Zusätzlich sollten Sie Ihrem Kind immer wieder zu trinken anbieten, am besten stilles Wasser oder Kräutertees. Um den empfindlichen Magen nicht zu belasten, sollten Getränke (und Brühen etc.) nur schluckweise aufgenommen werden.
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Schützen Sie sich vor einer Ansteckung
Rotaviren sind hochansteckend. Infizierte scheiden die Erreger über den Stuhl aus. Für eine Ansteckung reiche wenige Virus-Partikel aus, die zum Beispiel über die Hände, Türklinken oder andere Flächen übertragen werden. Daher ist eine gründliche Händehygiene ein absolutes Muss. Zudem sollte ein geeignetes Desinfektionsmittel zur Desinfektion von Händen, Gegeständen und Flächen angewendet werden. Wer zu Hause zwei Toiletten zur Verfügung hat, sollte das nutzen und eine „Toilettentrennung“ einführen.
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Was sollten Kinder bei Durchfall essen?
Die früheren Empfehlungen für „Teepausen“ oder strenge Schonkost sind nicht mehr zeitgemäß. Heute gilt, dass Kinder das essen sollen, was sie normalerweise auch zu sich nehmen und gut vertragen. Reis, Nudeln, Kartoffeln, Haferflocken sowie gekochtes Gemüse oder eine zerdrückte Banane sind eine gute Wahl. Suppen haben den Vorteil, dass sie für ein Plus an Flüssigkeit sorgen.
Autoren, medizinische Fachinformationen und Quellen
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Stand: zuletzt aktualisiert am 14.02.26
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ICD-Codes (International Classification of Diseases) sind weltweit anerkannte medizinische Verschlüsselungen für Diagnosen. Sie werden von Ärzt:innen verwendet, um Krankheiten und Gesundheitsstörungen eindeutig zu klassifizieren und
finden sich beispielsweise in Arztbriefen, Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen und Abrechnungen mit Krankenkassen.